Ich liebe es, bei Hochzeiten vor Ort zu sein. Wirklich. Nicht nur, weil ich alles, was mit einem Hochzeitstag zu tun hat, einfach besonders finde, sondern weil ich unheimlich gerne beobachte. Ich sehe Kleinigkeiten, die anderen vielleicht überhaupt nicht auffallen. Wer hat was im Blick? Wer reagiert, wenn etwas anders läuft als geplant? Wie geht jemand mit den Gästen um? Was passiert in diesen Minuten vorher, wenn eigentlich noch gar nichts angefangen hat und trotzdem schon ganz viel passiert?

Genau deshalb finde ich es für mich als Hochzeitsplanerin auch so spannend, Dienstleister nicht nur von Instagram oder aus einem Gespräch zu kennen, sondern sie wirklich bei ihrer Arbeit zu erleben. Ende September durfte ich Nicole bei einer freien Trauung auf dem Golfplatz in Urloffen begleiten und genau da gab es wieder so viele kleine Situationen, die mir gezeigt haben, was am Ende wirklich zählt.

Vorfreude, letzte Handgriffe und ein spontaner Soundcheck

Als ich ankam, war Nicole schon fast mit dem Aufbau fertig. Die letzten Handgriffe saßen und sie erinnerte mich ein bisschen an mich selbst, wie ich immer von links nach rechts husche, hier noch etwas, da noch etwas. Als sie mich kommen sah, war da dieses Strahlen und selbst ich spürte sofort die Vorfreude auf all das, was vor uns lag.

 

Ihr schönes Sommerkleid wehte im Wind so herrlich leicht, sie strahlte, die Sonne strahlte und es schien einfach ein perfekter Tag für diese freie Trauung zu sein.

Wenn ich heute so zurückdenke, huscht mir gerade wieder ein Lächeln übers Gesicht, denn dieses Kleid hätte tatsächlich wenig später zu „Simply the Best“ mitschwingen können.

Die Sängerin, die vom Hochzeitspaar für diesen Tag gebucht war, kam kurze Zeit später dazu und begann alles aufzubauen. Als sie fertig war, stand noch der Soundcheck an. Und wenn man alleine vor Ort ist, gerade draußen, wo die Bedingungen noch einmal ganz andere sind, kann man schlecht gleichzeitig singen und hören, wie alles klingt. Also schnappte sich Nicole kurzerhand das Mikrofon.

„Simply the Best“ ertönte und so wurde sie für ein paar Minuten eben selbst zur Sängerin. Ich fand das so herrlich unkompliziert und als ich später hörte, dass Nicole sowieso für ihr Leben gerne singt, war klar: Dieser Soundcheck war wie für sie gemacht.

Genau solche ungeplanten Momente mag ich. Es muss eben nicht immer alles bis ins Kleinste inszeniert sein. Diese Spontanität und auch der Mut, einfach ins Mikrofon zu singen, sprechen für sich. Schließlich waren da schon einige Gäste, die das natürlich auch mitbekamen.

Einfach sehen, was gerade gebraucht wird

Apropos Gäste: Trotz Aufbau und sogar Gesangseinlage hatte ich das Gefühl, dass Nicole die ganze Zeit über alles im Blick hatte. Die Gäste standen noch überall verteilt, unterhielten sich, kamen langsam an und irgendwann wurde es Zeit. Das Hochzeitspaar sollte mit der Kutsche kommen und Nicole war diejenige, die ganz selbstverständlich dafür sorgte, dass langsam alle ihre Plätze einnahmen.

Kein großes Tamtam, kein hektisches Herumorganisieren. Sie hat einfach gesehen und gemacht. Genau das ist vor Ort so oft auch mein Job als Hochzeitsplanerin.

Kaum saßen alle, fuhr auch schon die Kutsche mit dem Hochzeitspaar vor.

Obwohl ich wirklich schon so viele Hochzeiten miterleben durfte, ist es immer wieder so, dass mich diese Stimmung emotional packt. Man kommt in ein Gefühl, das sich kaum in Worte fassen lässt. Die Kutsche, das Hochzeitspaar, ganz viel Grün, die Sonne und an diesem Tag sogar ein bisschen ganz normaler Golfbetrieb.

Und genau dieser sorgte wenig später für einen Moment, der es bei mir ganz sicher ins persönliche Highlight Buch geschafft hat.

Wenn plötzlich das echte Leben dazwischenkommt

Die Trauung begann, zuerst mit einem Lied, dann begrüßte Nicole alle und begann, die Geschichte des Paares zu erzählen. Alle hörten aufmerksam zu und ich muss gestehen: Ich hatte ihn von meiner Position aus schon anfahren sehen.

Für viele kam wie aus dem Nichts ein Golfcar mit einem etwas älteren Herrn vorgefahren. Eigentlich war wirklich nicht zu übersehen, dass dort gerade eine Trauung stattfand. Auch der Bereich, in den er wollte, war durch die Hochzeitsdeko abgesperrt. Trotzdem schaffte er es unter den Blicken der Gäste, die teilweise genau wie ich mit offenem Mund dastanden, seitlich in diesen Pavillon zu gelangen, um sich dort eine kleine Flasche Apfelsaftschorle zu holen.

Ich dachte nur: Okay, es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt.

Natürlich merkte auch Nicole, dass da gerade irgendetwas im Gange war. Ich kann mir vorstellen, wie das von vorne ausgesehen haben muss, weil plötzlich alle völlig ungläubig in dieselbe Richtung schauten. Und genau da war wieder einer dieser Momente, in denen Nicole einfach super reagierte. Sie machte nicht einfach weiter und ignorierte die Situation, sondern reagierte mit einem spontanen Spruch, nahm dem Ganzen damit irgendwie die Irritation und machte aus dieser komischen Situation fast schon wieder einen lustigen Moment. Danach widmete sie sich wieder ganz souverän und herzlich dem Paar.

Du kannst planen, was und wie viel du willst, so etwas ist definitiv nicht planbar. Manchmal kommt einfach das echte Leben dazwischen. Und vielleicht zeigt sich gerade dann besonders, wie jemand wirklich arbeitet.

Jede Trauung erzählt ihre eigene Geschichte

Die Trauung selbst war sehr persönlich und emotional und wir durften so vieles über das Paar erfahren. Ganz besonders rührend fand ich den Moment, als Uroma und Urenkel gemeinsam die Ringe zum Hochzeitspaar brachten.

Man kann noch so viele Trauungen miterleben, jede einzelne ist etwas Besonderes. Jede hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Menschen, ihre eigenen Gemeinsamkeiten und ihre ganz eigenen Momente. Und genau darin liegt für mich auch diese besondere Gabe einer Traurednerin: die richtigen Worte zu finden und sie dann so weiterzugeben, dass sie berühren und lange in Erinnerung bleiben.

Ich musste gerade beim Schreiben und Zurückdenken tatsächlich tief seufzen. Es war einfach schön, ein Teil davon gewesen zu sein.

Denn hinter all dem, was später so leicht und selbstverständlich wirkt, steckt so viel mehr, was kaum jemand sieht. Gespräche, Vorbereitung, Gedanken, ein Gefühl für Menschen und Situationen und am Ende dann auch noch die Aufgabe, all das vor vielen Gästen so weiterzugeben, dass möglichst viele Herzen erreicht werden.

Ich selbst bin ja eher diejenige, die sich gerne im Hintergrund bewegt und vieles unsichtbar auffängt. Vielleicht bewundere ich genau deshalb diese Arbeit noch einmal auf eine ganz andere Art, seit ich Nicole an diesem Tag so bewusst beobachten durfte.

Und wenn eine freie Traurednerin an einem Hochzeitstag ganz nebenbei auch noch Sängerin, ein bisschen Hochzeitsplanerin und fast noch Catering wird und dabei alles so souverän meistert, dann wurde da ganz schön viel richtig gemacht.

Eine freie Trauung lebt eben nicht nur von schönen Worten. Sie lebt von den Menschen, von echten Momenten, von dem, was geplant war und manchmal auch von genau dem, was niemand planen konnte. Und wenn ich heute an diese Trauung zurückdenke, dann sind es genau diese vielen kleinen Situationen, die mir im Kopf geblieben sind. Vielleicht gerade deshalb, weil sie nicht inszeniert waren, sondern einfach passiert sind.

 

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Warum ich diese Geschichten erzähle

Wenn wir einem Unternehmen begegnen, sehen wir meistens zuerst das, was nach außen sichtbar ist: schöne Bilder, Leistungen oder eine Website. Doch all das erzählt noch lange nicht die ganze Geschichte.

Mich interessiert, was dahinter steckt. Was hat einen Menschen dazu bewegt, genau diesen Weg zu gehen? Welche Werte begleiten ihn? Was treibt ihn an? Und was macht ihn als Menschen aus?

Ich bin überzeugt, dass genau das auch etwas über seine Arbeit erzählt. Denn hinter jedem Unternehmen steht ein Mensch mit einer ganz eigenen Geschichte, mit Erfahrungen, Überzeugungen und einer Haltung, die oft mehr über ihn verrät als jede Werbung.

Mit diesen Beiträgen möchte ich euch genau diese Menschen näherbringen. Denn wenn wir verstehen, wer hinter einem Unternehmen steht, fällt es oft leichter zu spüren, ob dieser Mensch zu uns passt.

Wenn ihr nach dem Lesen eines Beitrags das Gefühl habt: „Diesen Menschen möchte ich kennenlernen.“, dann hat dieser Beitrag genau das erreicht, was ich mir für Liebevoll vernetzt wünsche.